Geschichte
Die Mittelamerika-Initiative Leipzig e.V. (MIL) wurde vor ca. 20 Jahren als Arbeitskreis von basisdemoratisch orientierten Studenten (zumeist christlicher Konfession) gegründet. In der damaligen DDR, in der eigenständige Organisationen verboten waren, arbeitete der Kreis (el grupo) im Schutz der katholischen und evangelischen Kirche mit verschiedenen Anliegen:
- Unterstützung von Projekten christlicher Partner in Nicaragua, die sich im Sinne der Theologie der Befreiung aktiv in die Gestaltung der sandinistischen Gesellschaft einbrachten
- Bewusstmachen von Lebensverhältnissen in Lateinamerika und von strukturellen globalen Ungerechtigkeiten in der Bevölkerung, die in der DDR abgeschottet von Informationen und Kontakten mit Menschen in „nichtsozialistischen“ Ländern lebte, der Solidarität vom Staatsmonopol verordnet wurde und die sich zunehmend am materiellen Wohlstand in der damaligen Bundesrepublik Deutschland orientierte
- Gemeinsames Erlernen von Partizipation und aktiver Gestaltung der Gesellschaft mit Partnern in Zentralamerika
Aktivitäten
Nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten wurde die MIL eine eigenständige, politisch und konfessionell unabhängige Nichtregierungsorganisation. In den letzen Jahren bilden folgende Themen die Arbeitsschwerpunkte der MIL:
- Unterstützung des Einsatzes von Partnern in El Salvador für die Einhaltung der Menschenrechte
- Unterstützung eines INKOTA-Projektes zur Alphabetisierung und Ausbildung von Promotorinnen zur Förderung der Selbstbestimmung von Frauen
- Vermittlung des Vermächtnisses von Monseñor Oscar Arnulfo Romero in Leipziger Kirchgemeinden
- lokale Initiativen im Rahmen der Kampagne „Jubilee 2000 – Entwicklung braucht Entschuldung“
- Informationsarbeit vor Ort zur „Clean Cloth Campaign“
- Informationsarbeit zu Cross Boarder Leasing Geschäften der Stadt Leipzig mit transnationalen Unternehmen mit Sitz in den USA
- Thematisierung von globaler Verantwortung im Prozess der Leipziger Agenda 21 für nachhaltiges kommunales Handeln
- Aufzeigen ungerechter Mechanismen bei Globalisierungsprozessen (z.B. internationale Finanz- und Handelspolitik)
- Informationsarbeit zum Feminicidio in Mexico
Zu ververschiedenen Themen aus dieser Aufzählung konnten wir Gästen aus Lateinamerika die Möglichkeit geben, bei Veranstaltungen in Leipzig über ihre Arbeit und ihre Positionen und Handlungsvorschläge zu berichten.
Zugehörigkeit
Die MIL gehört zu den Solidaritätsgruppen in Leipzig, die neben der Unterstützung von Projekten versucht, die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse in Ländern anderer Kontinente in Zusammenhang zu stellen mit politischen und wirtschaftlichen Strukturen auf globaler, nationaler und kommunaler Ebene.
Von Anfang an bis heute ist die MIL aktives Mitglied im INKOTA Netzwerk ostdeutscher Solidaritätsgruppen und arbeitet mit Initiativen der Mittelamerika-Arbeit in Ost- und Westdeutschland zusammen.